2017 Netzwerk gegen Altersarmut„Mit der Veröffentlichung des Rentenkonzepts von Arbeitsministerin Andrea Nahles steht das Thema Rente endlich wieder im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Die unterschiedlichen Konzepte der Parteien müssen auch ein zentrales Thema im Wahlkampf sein“, erläuterte MdB Uli Grötsch zu Beginn des Treffens des Netzwerks gegen Altersarmut, das auf eine gemeinsame Initiative des SPD-Bundestagsabgeordneten und der Gewerkschaft ver.di zurückgeht und an dem sich auch der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Sozialverband VdK und die Katholische Betriebsseelsorge beteiligen.

Das Nahles-Konzept stand dann auch im Zentrum der Diskussion. Die Mitglieder des Netzwerks waren sich einig, dass insbesondere die „Haltelinie“ beim Rentenniveau ein wichtiger Zwischenschritt sei. Auch die geforderte Erhöhung des Bundeszuschusses für versicherungsfremde Leistungen sei richtig. „Wir wollen aber dahin kommen, dass das Rentenniveau nach den Absenkungen der Vergangenheit wieder über das heutige Niveau hinaus steigt. Die gesetzliche Rente muss für ein würdevolles Leben im Alter reichen“, betonte Grötsch den Konsens im Netzwerk.

Im Bereich der privaten Altersvorsorge bezweifelte ver.di-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner die Praxistauglichkeit des geplanten Betriebsrentensystems nach dem „Sozialpartnermodell“. „Das wird in einzelnen Branchen sicher funktionieren, aber wir sind skeptisch, ob sich das auf alle Wirtschaftszweige übertragen lässt.“ Die private Vorsorge könne die gesetzliche Rente nicht ersetzen, erläuterte Gröbner.

Auch im weiteren Verlauf des Wahljahres 2017 will das Netzwerk das Thema Rente nicht aus dem Auge verlieren. Unter anderem plant der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) laut Organisationssekretär Peter Hofmann eine Podiumsdiskussion mit den örtlichen Bundestagsabgeordneten, um die unterschiedlichen Konzepte zu diskutieren.