Zu den Planungen hinsichtlich des Netzausbaus in Deutschland und der geplanten Gleichstrompassage Süd-Ost erklären die Oberpfälzer SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder und Uli Grötsch:

„Nach einem Gespräch vom Montag dieser Woche, das die bayerischen SPD-Bundestagsabgeordneten mit dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sowie den verantwortlichen Planern und Vorständen der Amprion AG und der Tennet Holding geführt haben, sind wir sehr zuversichtlich, dass die Trasse der Gleichstrompassage Süd-Ost nicht durch die Nördliche und die Mittlere Oberpfalz führen wird.“

Gleichstrompassage

Grund für den Optimismus der beiden SPD-Abgeordneten sind die übereinstimmenden Erklärungen von Bundesnetzagentur und Netzbetreibern, dass sich aufgrund der Neufestlegung des Start- und Endpunkts der geplanten Gleichstrompassage auch der sogenannte „Untersuchungskorridor“ verschoben habe. Anders als ursprünglich geplant, soll die Trasse nun nicht mehr von Bad Lauchstädt nach Meitingen, sondern von Wolmirstedt nach Gundremmingen verlaufen.

„Damit rückt der Untersuchungsraum mit den möglichen Trassenverläufen deutlich weiter nach Westen, sodass sich der Fokus von unserer Region wegbewegt.“, so MdB Uli Grötsch. „Amprion und Bundesnetzagentur haben übereinstimmend ausgesagt, dass die Trassenführung über das Fichtelgebirge und durch Teile des Landkreises Tirschenreuth in Erwägung gezogen wurde, weil der Großraum Bayreuth aufgrund der damals noch nicht geplanten Erdverkabelung großräumig umgangen werden sollte“, erklärt Grötsch. „Ich habe von Anfang an betont, dass die abschnittsweise Erdverkabelung ein absolutes Muss ist, um die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger zu minimieren.“

Nachdem nun die Erdverkabelung aller Voraussicht nach Realität werde, könne die Trasse entlang vorhandener Infrastruktur geplant und teilweise unterirdisch verlegt werden, wodurch der Umweg über das Fichtelgebirge nicht mehr nötig werde. Auch die potentielle Alternative entlang der A93 werde damit zunehmend unwahrscheinlich.

Konkrete Planungen über den endgültigen Trassenverlauf gebe es aufgrund des jetzt wieder „auf 0“stehenden Planungsstandes noch nicht. Deshalb wollen die Oberpfälzer Abgeordneten auch weiter wachsam sein und auf einen ständigen Dialog mit den verantwortlichen Planern setzen. „Wie wir jetzt sehen, hat sich unsere Strategie des ständigen Dialogs als richtig erwiesen“, so MdB Marianne Schieder. „Unsere Argumente sind bei den Zuständigen angekommen.“

Auch beim geplanten Ausbau des „Ostbayernrings“, der von Redwitz über Weiden nach Schwandorf führt, setze Tennet auf Transparenz. Derzeit würden die Trassenvarianten insbesondere am Knotenpunkt Schwandorf einer Grobprüfung unterzogen, anschließend würden sie nach allen vereinbarten Kriterien vertieft untersucht. Marianne Schieder forderte die Vertreter von Tennet nochmals ausdrücklich auf, besonders im Bereich Schwandorf an den neuralgischen Stellen in der Nähe von Wohnbebauung eine Erdverkabelung zu prüfen, um die Bürgerinnen und Bürger nicht über Gebühr zu belasten.

Die SPD-Politikerin teilte weiter mit, dass die bisweilen geäußerte Befürchtung, auf die Masten eines neuen für Wechselstrom gebauten Ostbayernrings könnten später Gleichstromdrähte aufgesattelt werden, unbegründet ist. „Die anwesenden Experten hielten eine Realisierung solcher Hybridmasten für utopisch, weil diese Bauweise auf einer solchen Strecke noch nicht erprobt sei und auch die technische Umsetzbarkeit als äußerst aufwendig und schwierig gilt“, so Schieder.

Übereinstimmend waren Schieder und Grötsch der Meinung, dass es nun auch für den bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer an der Zeit sei, auf die Sachebene zurückzukehren und die Bevölkerung nicht immer weiter zu verunsichern. „Die Netzbetreiber haben aus den Fehlern der Vergangenheit offenbar gelernt und sind für Sachargumente offen. Wir setzen deshalb weiter auf den Dialog und die sachliche Debatte und fordern auch die CSU dazu auf, sich dem endlich anzuschließen“, so Schieder und Grötsch.