Die beiden SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel aus Würzburg und Uli Grötsch haben der Bundespolizei am Würzburger Hauptbahnhof einen Besuch abgestattet. Ziel war es, sich ein Bild von den Herausforderungen und Problemen vor Ort zu machen. Begleitet wurden sie von Harald Schneider, dem ehemaligen Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Dienststellenleiter Gerhard Höfler machte auf150623_Besuch_BPOLI_Wuerzburg - Kopie - Kopie die Altersstruktur in seiner Belegschaft aufmerksam: „Wir bekommen auf den Basisdienststellen kaum mehr junge Leute, sondern eher Beamte im mittleren Alter. So stimmt die Altersstruktur auf den meisten Inspektionen nicht mehr.“ Insgesamt sei die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren größer geworden. Die für die knapp 200 Beamten aus Würzburg sind für den gesamten Bahnverkehr zwischen Aschaffenburg und Bamberg zuständig. Das sind 944 Bahnkilometer mit 142 Bahnhöfen und Haltepunkten.

Sozialpolitiker Bernd Rützel erläuterte: „Problematisch ist, dass viele junge Beamte in Ballungsräumen und an Flughäfen ihren Dienst verrichten müssen.“ Dies mache sich dann bei den Basisdienststellen wie in Würzburg bemerkbar. Aber immerhin gebe es 1.500 Neueinstellungen pro Jahr. „Diese Zahl ist auch notwendig, damit die Bundespolizei ihren Aufgaben gerecht werden kann“, erklärte MdB Uli Grötsch, der Mitglied im Innenausschuss ist. „Denn derzeit wird unter anderem eine eigene Einheit zur Bekämpfung des Terrorismus geplant.“ Rützel ergänzte: „Wir  haben bei der Personalpolitik natürlich auch den demographischen Wandel und die hohe Zahl der Pensionierungen im Blick.“

Gewerkschaftler Harald Schneider betonte, dass es bei den Ruhestandsregelungen Probleme gebe: „Beamte der Bundespolizei, die im Schichtdienst gearbeitet haben, können anders als ihre Kollegen in Bayern nicht mit 60 in Rente gehen.“ MdB Uli Grötsch versprach, sich in Berlin an dieser Stelle einzusetzen. Alle miteinander versprachen die Gesprächsrunde im nächsten Jahr fortzusetzen.