Arbeit trägt Früchte

eures

MdB Norbert Spinrath, MdB Uli Grötsch, Geschäftsführer Petr Arnican, Helmut Fiedler, Präsident der EURES Partnerschaft.

Das Zusammenwachsen der Regionen und die Zusammenarbeit der Regionen in Deutschland und Tschechien war einer der Programmpunkte beim Besuch des Europapolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Norbert Spinrath, in der Nordoberpfalz. Auf Einladung des Weidener Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch war der Europapolitiker nach Weiden gekommen, um sich vor Ort ein Bild vom Stand der Bemühungen zu machen. Beim Besuch der Organisation „EURES“, die sich um die Unterstützung von deutschen und tschechischen Arbeitnehmern, die jeweils im benachbarten Ausland arbeiten, kümmert, konnte Spinrath dabei viel Positives erfahren: „Die Arbeit der letzten Jahre trägt Früchte“, fasste Geschäftsführer Petr Arnican zusammen. „Unsere Arbeit hat sich aber auch verändert. Während noch vor ein paar Jahren die Vermittlung von Arbeitskräften der Hauptaspekt unserer Arbeit war, ist das inzwischen die Beratung von Arbeitnehmern geworden“, so Arnican.

Bei der Beratung gehe es etwa um die Unterschiede in den Sozialversicherungssystemen oder um die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern in Deutschland und Tschechien. „Geld ist dabei gerade für Tschechen heute kaum mehr ein Grund, in Deutschland eine Arbeit zu suchen, nachdem sich der Durchschnittslohn seit den 90ern in manchen Branchen verzehnfacht hat“, ergänzte der Präsident der EURES-Partnerschaft Bayern-Böhmen, Helmut Fiedler. Facharbeiter würden dabei auf beiden Seiten der Grenze in den etwa gleichen Branchen gesucht: Metallverarbeitung und Mechatronik seien hierbei die Schwerpunkte, so Fiedler.

Norbert Spinrath, der selbst aus der deutschen Grenzregion zu den Niederlanden und Belgien kommt, fragte nach der Sprachbarriere als Vermittlungshemmnis. In diesem Zusammenhang sah der Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch nach wie vor die Politik in der Pflicht: „Die Sprachbarriere ist in allen Bereichen der deutsch-tschechischen Nachbarschaft nach wie vor das größte Hemmnis“, so Grötsch. Es gebe nach wie vor zahlreiche erfolgreiche Projekte, jedoch sei die Notwendigkeit des Erlernens der tschechischen Sprache nach wie vor nicht in der breiten Bevölkerung angekommen. Die Angebote in den Schulen scheiterten etwa nicht zuletzt am fehlenden Interesse in den Schulklassen. Hinsichtlich der Sprachqualifikation der Arbeitnehmer sah EURES-Präsident Fiedler nicht zuletzt die Arbeitnehmer in der Verantwortung: „Es sind in erster Linie die Betriebe, die von der Sprachkompetenz ihrer Mitarbeiter profitieren, weshalb diese auch aufgefordert sind, Sprachtrainings zu finanzieren“, so Fiedler.

Abschließend dankten die Bundestagsabgeordneten Grötsch und Spinrath Petr Arnican und Helmut Fiedler für ihre langjährige Arbeit. „Ihr seid die Garanten dafür, dass aus den beiden Regionen in Deutschland und Tschechien ein gemeinsamer, grenzüberschreitender Arbeitsmarkt entsteht“, so Grötsch.

2016-11-12T09:27:13+00:00 12/11/2016|