Ausgliederungen bei „Philatelie“ sorgen weiter für Ärger

Die Ausgliederung von über 170 Beschäftigten in der sogenannten „Philatelie“ (DP AG; NL Multikanalvertrieb) in Weiden sorgt nicht nur für Existenzängste bei den Beschäftigten, sondern auch für Ärger in der Politik. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch kündigt Widerstand gegen die Geschäftspolitik der Deutschen Post AG an.

Bei einem Gespräch mit der Gewerkschaft ver.di, Betriebsräten der Post-Tochter „Customer Service Center GmbH“ (CSC), an die die 170 Beschäftigten ausgeliehen werden, sowie Betriebsräten der Weidener Post-Niederlassung, ließ sich Grötsch über die unmittelbaren Folgen ins Bild setzen. Grötsch hält es für „skandalös, dass ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen versucht, auf dem Rücken der Beschäftigten Lohndrückerei zu betreiben.“ Er kündigte an, gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di und den gewählten Betriebsräten die Praktiken auch politisch zum Thema zu machen.

Für über 20 befristet Beschäftigte sind die unmittelbaren Auswirkungen dramatisch: Ihre Verträge werden von der Post nicht verlängert, sie sollen von CSC neue Verträge mit Lohneinbußen von bis zu einem Drittel angeboten bekommen. „Die ersten Verträge laufen schon Ende des Monats aus. Und trotzdem haben die Kolleginnen und Kollegen noch immer kein Angebot vorliegen“, kritisiert der ver.di-Betriebsgruppenvorsitzende Franz Wiesent.

Nicole Rufin, beim ver.di-Bezirk Oberpfalz zuständig für den Bereich Postdienste, ergänzt: „Die Kolleginnen und Kollegen haben unter völlig anderen Voraussetzungen ihre Arbeitsverträge unterschrieben und jetzt unterläuft die Post mit dieser Maßnahme den Manteltarifvertrag.“ Doch auch bei den Festangestellten gäbe es große Unsicherheiten: „Das Schutzpaket der Sozialpartner bietet gerade den jüngeren Angestellten keinen Schutz bis zur Rente, was sich die meisten erhofft haben, nachdem Sie eine Ausbildung bei der Post angefangen haben – einem stabilen uns sichereren Unternehmen, wo man ‚alt werden‘ kann. Und die Drohung, die Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern, verstärkt die Sorgen.“

Für Uli Grötsch zeigt das Beispiel „wieder einmal, wie die Möglichkeit zur Arbeitnehmerüberlassung systematisch ausgenutzt wird. Das wollen wir nicht hinnehmen – besonders bei einem Konzern, an dem der Bund mit über 20% beteiligt ist“, so der SPD-Abgeordnete.

2019-02-14T14:12:54+00:00 14/02/2019|