Prof. Lothar Koppers aus Flossenbürg verstärkt für eine Woche das Team Uli Grötsch

 

KoppersIn der Woche vom 22.2. bis 26.2.2016 war Prof. Dr. Lothar Koppers aus Flossenbürg, Hochschullehrer an der HS Anhalt in Dessau, Hospitant beim Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch in Berlin. Normalerweise sind in seinem Bundestagsbüro eher jüngere Praktikantinnen und Praktikanten zu finden. Dass ein Mann schon eher gesetzten Alters eine Zeit lang einen Bundestagsabgeordneten begleitet, ist
ungewöhnlich. Wir haben nachgefragt:

 

Herr Koppers, warum bemüht man sich um eine solche Hospitation?

Mir war es wichtig, einmal mitzuerleben, wie eine Sitzungswoche im Bundestag abläuft. Wen treffen die Abgeordneten? Über was wird gesprochen? Wie kontrovers wird diskutiert? Wer steht als Quelle zur Verfügung? Diese und vielen weitere Fragen haben mich seit längerem bewegt und was ist besser, als dies aus erster Hand zu erfahren und zu erleben, wie politische Meinungsbildung abläuft und tatsächlich funktioniert.

Was sind denn Ihre Erkenntnisse aus Ihrer Begleitung des Abgeordneten?

Zunächst muss ich Uli Grötsch und seinem Team ein großes Lob aussprechen. Es ist schon erstaunlich, wie viel Aufwand betrieben wird, um ein gutes Funktionieren der Abläufe zu ermöglichen. Es wird sehr viel kommuniziert, zumal sich auch Termine und Verabredungen terminlich und inhaltlich ändern. Vieles findet zudem parallel statt und nicht alles kann vom Abgeordneten bzw. Mitarbeitern besucht werden. So durfte ich am ersten Tag, sozusagen als Horchposten, eine Anhörung zur Cyberabwehr miterleben. Hinterher erstattete ich dem Team in einer Zusammenfassung wichtiger Aspekte Bericht.

Auch der zeitliche Aufwand ist enorm. Der Tag begann um 8 Uhr früh, gegen 22 Uhr war ich mit dann mit dem letzten Termin des Tages fertig. Da braucht es schon eine gute Konstitution. Aber es war ausschließlich höchst interessant. Der thematische Bogen dieses einen Tages spannte sich von der Cyberabwehr über Belange regionaler Sicherung von Arbeitsplätzen, den islamistischen Terror und Islamfeindlichkeit bis hin zu Kooperation mit den Gewerkschaften. Das ist schon eine ganz schöne Bandbreite. Und unglaublich spannend!

Wie empfanden sie die Atmosphäre im Bundestag?

Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Die Mitarbeiterinnen in Berlin haben sich sehr gut um mich gekümmert und mich professionell vor Ort eingewiesen. Der Kontakt mit anderen Abgeordneten und deren Mitarbeitern war sehr freundlich und offen. Dennoch kamen auch differenzierte Diskussionen um aktuelle Themen nicht zu kurz und ich konnte einige Gespräche führen. An der einen oder anderen Stelle durfte ich auch selbst einigen Experten Fragen stellen oder ein Statement abgeben. Alles war sehr angenehm, selbst, wenn es hektisch wurde.

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Um es rundheraus zu sagen: ja, vollumfänglich. Für mich war diese Woche eine wichtige Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich bin sehr dankbar dafür.

2016-02-26T15:56:41+00:00 26/02/2016|