Mein Praktikum bei Uli Grötsch: Bericht von Julian Bäumler

Mein Name ist Julian Bäumler und ich durfte in den letzten Wochen als Praktikant im Berliner Büro von Uli Grötsch mitarbeiten. Ich bin 22 Jahre alt und bin in Altenstadt an der Waldnaab aufgewachsen. Mittlerweile studiere ich im Bachelor Staatswissenschaften an der Universität Passau. Schon zu Schulzeiten war ich politisch sehr interessiert, insbesondere an dem Themenbereich Rechtsextremismus und den Gegenstrategien dazu. Während meines Freien Sozialen Jahrs fällte ich den Beschluss, selbst politisch aktiv zu werden und engagiere mich seitdem bei den Jusos in der Oberpfalz und an der Universität Passau.

Mit dem Praktikum im Bundestag hatte ich die einmalige Gelegenheit, einen Einblick in die parlamentarische Arbeit in dem Bereich Innenpolitik, Rechtsextremismus, Terrorabwehr und Kontrolle der Nachrichtendienste zu bekommen. Mein Praktikum begann gleich in einer Sitzungswoche des Deutschen Bundestages, das heißt ich wurde sofort in den laufenden Betrieb im Büro eingebunden. Ulis Mitarbeiterinnen Selda und Katharina haben mich sehr freundlich begrüßt, mir den Büroalltag erklärt und mir die Gebäude des Bundestags gezeigt. Ich fühlte mich von Beginn an als vollwertiger Mitarbeiter im Team. Im Büro herrschte immer eine angenehme Atmosphäre und ich durfte weit mehr als die „typischen“ Praktikantenaufgaben übernehmen.

Zu meinen alltäglichen Tätigkeiten gehörten das Sortieren der Post, die Auswertung der Presse, die Beantwortung von Bürgeranfragen zu verschiedenen Themen und die Mithilfe bei der Vorbereitung und Betreuung von Besuchergruppen. Auch zu den meisten Terminen konnte ich Uli oder meine Kolleginnen begleiten. So besuchte ich regelmäßig die Sitzungen des Innenausschusses, die Arbeitsgruppe der Innenpolitiker*innen der SPD und sogar einmal die Fraktionssitzung der SPD.

Meine inhaltliche Arbeit war von den innenpolitischen Themen der Sitzungswochen dominiert. Ich bekam einen sehr guten Einblick in die Arbeit von Innenpolitiker*innen und vor allem in die inhaltliche Vorbereitung und Abstimmung von Positionen durch die Mitarbeiter*innen von Abgeordneten. Ich unterstützte Selda und Katharina durch Zuarbeiten und Recherchen, häufig verfasste ich auch Vermerke für Ulis Arbeit im Ausschuss. Beispielsweise beschäftigte ich mich mit rechtsextremen Bombendrohungen gegen deutsche Behörden, Verbindungen des Terroristen von Christchurch nach Europa, der Vergabe von Lizenzen des 5G-Netzes an Huawei und rechtsextremen Netzwerken in den Sicherheitsbehörden. In den sitzungsfreien Wochen erledigte ich vor allem längerfristige Aufgaben und Projekte. So erstellte ich zum einen eine graphische Übersicht zu dem weltweiten Netzwerk eines Akteurs der Neuen Rechten, zum anderen verfasste ich ein längeres Dokument zu den Strukturen der inneren Sicherheit innerhalb der EU. Darüber hinaus beschäftigte ich mich mit dem Arzneimittelskandal um das Medikament Duogynon und besuchte dafür ein Fachgespräch, bei dem insbesondere neueste medizinische Erkenntnisse und die nächsten Schritte der Aufarbeitung diskutiert wurden.

Neben der Tätigkeit im Büro konnte ich an zahlreichen Veranstaltungen des SPD Praktikant*innen-Programms teilnehmen, das von der SPD-Fraktion organisiert wird. Wir besuchten Institutionen wie das Bundeskanzleramt, den Bundesrat und die Senatskanzlei, waren bei der Bundespressekonferenz zu Gast und hatten Gespräche mit zahlreichen Abgeordneten und externen Gästen. Besonders gefallen haben mir die Gespräche mit dem Staatsminister Michael Roth, mit dem Juso Vorsitzenden Kevin Kühnert und mit zwei Mitarbeitern des Bundesnachrichtendienstes.

Rückblickend kann ich sagen, dass mir das Praktikum bei der Berufs- und weiteren Studienorientierung sehr geholfen hat. Ich konnte den theoretischen Blick aus dem Studium um viele praktische Einblicke ergänzen. Dabei habe ich viele Fähigkeiten und Abläufe gelernt, die bei der Arbeit in verschiedenen Berufsfeldern im politiknahen Bereich wichtig sind. Ein Highlight war die Mithilfe bei der Vorbereitung einer Rede von Uli zur Schaffung eines Polizeibeauftragten auf Bundesebene. Ein Teil meiner Vorarbeit floss direkt in die fertige Rede ein und ich hatte sogar die Gelegenheit, die Debatte live im Plenum zu verfolgen.

Zuletzt möchte ich mich bei Uli, Katharina und Selda im Berliner Büro sowie bei Dominik und Manuela im Wahlkreisbüro für ihr Vertrauen, die gute Arbeitsatmosphäre und ihre Offenheit bei allen Fragen bedanken. Nur in einem so gut eingespielten Team ist eine gute inhaltliche und bürgernahe Arbeit möglich, trotz der oft sehr kurzen Vorbereitungszeiten. Ich kann nur allen politikinteressierten Studierenden empfehlen, sich für ein Praktikum in Ulis Büro oder bei anderen Abgeordneten zu bewerben.

2019-04-12T14:51:36+00:00 12/04/2019|