Ökologie und Ökonomie gemeinsam denken – MdB Uli Grötsch diskutiert mit lokalen Keramikfirmen über das Klimapaket

Einer Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch folgend, diskutierten am Mittwoch, den 19.02.2020, Vertreter der Firmen Seltmann Weiden, BHS tabletop AG, sowie des Verbandes der Keramischen Industrie (VKI) die Herausforderungen des Klimaschutzpakets der Bundesregierung.

v.l.n.r.: Philipp Pickelmann (BVKI), Rainer Schwarzmeier (BHS tabletop), MdB Uli Grötsch, Thomas Sparrer (Seltmann), Christoph René Holler (BVKI

Christoph René Holler, der Hauptgeschäftsführer des VKI, erläuterte dem SPD-Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch bei seinem Besuch, dass das Instrument der CO₂- Bepreisung seinem Ziel, der Lenkungswirkung weg von fossilen Brennstoffen, nicht gerecht wird. „Ein CO₂-Preis stellt nur dann ein wirksames Mittel zum Klimaschutz dar, wenn Alternativen vorhanden sind. In der Keramik besteht die Besonderheit jedoch darin, dass zum Beispiel beim Glattbrand in der Geschirrindustrie Erdgas für einen physikochemischen Prozess nach aktuellem technischen Stand zwingend notwendig ist. Eine Alternative hierfür ist auf absehbare Zeit nicht vorhanden.“

Grötsch zeigte sich überzeugt, dass „jeder entsprechend seiner wirtschaftlichen Stärke einen verträglichen Beitrag zum Klimaschutz leisten müsse. Klimaschutz kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn er auch in der Bevölkerung breit akzeptiert und mitgetragen werde. Wir unterscheiden uns daher in diesem Thema von allen anderen Parteien dadurch, dass wir das Soziale mit dem Ökologischen verbinden möchten“.

Die feinkeramischen Firmen haben in den letzten Jahren bereits viel investiert, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Angesichts der fehlenden Alternativen droht die klimapolitische Lenkungswirkung jedoch auszubleiben.

Rainer Schwarzmeier, Vorstand Produktion der BHS tabletop AG führte weiter aus: „Auf Grund des harten internationalen Wettbewerbs macht eine Bepreisung in der Keramik auch unter ökologischen Gesichtspunkten keinen Sinn, wenn man die Keramikfirmen mit ihren verbundenen Arbeitsplätzen in Bayern halten möchte. Was es braucht, ist eine vollumfängliche Entlastung der feinkeramischen Betriebe“. Enorme Wettbewerbsnachteile sind den deutschen betrieben bereits durch die EEG-Umlage entstanden, die nahezu jährlich gestiegen ist.

MdB Uli Grötsch dankte für den offenen Austausch und den immer guten Draht zu den lokalen Unternehmen. Er sagte zu, die Sorgen der Keramikbetriebe bei Umweltministerin Svenja Schulze zu adressieren. Man ist sich einig, dass die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe gehalten werden müsse und daher Handlungsbedarf beim Brennstoffemissionenhandelsgesetz besteht.

2020-02-27T15:41:11+00:00 21/02/2020|